(M)ein Traum in Weiß

Wenn nach mehr oder weniger vielen gemeinsamen Jahren plötzlich die Hochzeit ansteht, stellt sich für viele zunächst einmal die Frage, wo denn überhaupt geheiratet wird – damit einher geht wiederum die allseits beliebte Frage nach dem passenden Kleid, die mittlerweile sogar im deutschen Fernsehen angekommen ist. Und auch wenn es beizeiten trashig ist, „Zwischen Tüll und Tränen“ bietet durchaus Inspiration für die ein oder andere Zuschauerin, die selbst auf der Suche nach Brautgarderobe ist. Schwierig wird es mit der Kleidersuche scheinbar immer dann, wenn die Vorstellungen schon sehr klar oder die Ansprüche an das Kleid hoch sind: es soll z.B.  bequem sein, darf nicht zwicken, muss aber dennoch gut aussehen und vor allem soll es nachhaltig sein, nicht auftragen und am besten kommt es mit Stillfunktion daher! Gut, all diese Ansprüche in einem klassischen Brautkleid in Weiß vereint zu wissen ohne ein halbes Vermögen hinzublättern, scheint utopisch. Deshalb möchte ich im Folgenden ein paar der genannten Aspekte aufgreifen und Erfahrungen von befreundeten Bräuten wie auch meine eigenen zum Besten geben:

1. Es soll bequem sein und nicht zwicken – hier, so scheint es mir, kommt es vor allem auf die Wahl des passenden Schnitts an. Je nachdem welcher Stil gewählt wird, zwickt das Kleid eben mehr oder weniger (das gilt sicher nicht für alle Kleider dieser Welt, sondern gibt lediglich meine bisherigen Erfahrungen wieder) Ein Kleid im Fit and Flair oder Meerjungfrauen Stil sitzt naturgemäß eng anliegend und schränkt somit die Bewegungsfreiheit ein. Vielleicht also nicht unbedingt  geeignet, wenn man wahlweise ausgelassen Tanzen und Hüpfen oder den liebsten Kleinen hinterher eilen möchte. Wie sich ein ausladendes Prinzessinnenkleid anfühlt, kann ich selbst nicht beurteilen, es scheint aber oft gewählt zu werden, wenn noch/schon vorhandene Babybäuche weggeschummelt werden sollen. Meine persönliche Wahl fiel auf die sogenannte A-Linie, da diese weniger ausladend als ein Prinzessinnenkleid ist, aber dennoch Bewegungsspielraum zulässt und auch eine schöne Figur zaubert.

2. Zum Thema nachhaltige Brautkleider kann ich zweierlei sagen: zum einen sollte man wissen, zu welchem Anlass ein nachhaltiges Kleid gesucht wird bzw. wie das Traumkleid aussehen darf: Ist der Spielraum hier größer, da  es sich z.B. um eine standesamtliche oder eine freie Trauung handelt, kommt eigentlich jedes nachhaltige Kleid in Frage. Ist man hingegen auf Form und Farbe festgelegt und wünscht sich ein klassisches Brautkleid, wird es schwieriger. Ich persönlich habe mich, nachdem ich in einem herkömmlichen Brautmodengeschäft war, entschieden mir mein Kleid maßschneidern zu lassen. An einem sehr feinen, kleinen Laden bei mir im Kiez drückte ich mir eh regelmäßig die Nase an der Fensterscheibe platt. Als ich dann die regulären Ladenpreise mit denen der Maßschneiderei verglich, entschied ich mich für letzteres. das Tolle hierbei, man investiert sozusagen in einen lokalen Dienstleister, die Betreiberin des Ladens ist super nett und es scheint, das wirklich alles machbar ist. Bei der Wahl der Spitze bringt man sich ebenso ein wie bei der Wahl des Unterstoffes, dessen Farbe und Schwere und so bestimmt man schon von Anfang an mit, wie sich das Kleid am Ende anfühlen wird. Selbiges gilt natürlich für den Schnitt, die Größe der Schleppe, sofern man denn eine wünscht  und den Ausschnitt, den man sich durch heran halten der Spitze ganz wunderbar vorstellen kann. Auch die Hinzunahme von Spitzenteilen, wie einzelnen Blumen ist möglich, sodass z.B. das Oberteil dichter besetzt werden kann als der Rock, der dann wiederum je nach Gusto mit einer Spitzenkante abschließet oder eben nicht. Das alles ist natürlich auch ganz ohne Spitze in super elegant oder aber mit Perlen und Glitzer möglich.

3. Zum Thema Brautkleider und Stillfunktion sind wir wieder bei der Frage angelangt, wie denn das eigene Traumkleid vorgestellt wird und welche Aspekte besonders wichtig sind. Möchte man einfach ein bequemes schlichtes Kleid in einer pastelligen Farbe aus Leinen bietet es sich unbedingt an mal beim Linenfox auf Etsy vorbeizuschauen. Hier wurde auch eine Freundin von mir fündig, die schlicht standesamtlich heiratete und mit ihrer Kleiderwahl sehr zufrieden sein konnte. Möchte man hingegen einen Traum in Weiß, bietet es sich abermals an auf Maßschneiderei zu setzen, sofern man gewillt ist ein wenig Geld in die Hand zu nehmen. Denn dann ist wirklich alles möglich, was das Kleidoberteil betrifft. Auch ganz ohne die Notwendigkeit einer Stillfunktion, stellte sich auch für mich heraus, dass mir die Maßanfertigung insbesondere obenrum sehr entgegenkommt. Denn während ich mich in den herkömmlichen Kleidern relativ nackt  und haltlos ohne meinen BH fühlte, sagte man mir bei Chiton von vornherein, dass es möglich ist, das Kleid so zu arbeiten, dass noch ein BH getragen werden kann. Oder eben so, dass leichte Trägerchen die BH Funktion übernehmen. Alles klang in meinen Ohren sehr viel besser als die schlecht sitzenden und vorgefertigten BH- Schalen, die ich zuvor kennenlernen durfte.

Alles in allem hängt die Kleiderwahl natürlich zu einem großen Teil auch davon ab, wieviel Geld man auszugeben bereit ist. Auch hier tun sich bei den von mir vorgestellten Varianten große Unterschiede auf: Während ich im Brautfachhandel in einem Kleid für 3000€ steckte, das ehrlicherweise nicht gut saß und für 500€ hätte angepasst werden müssen, kann man bei Chiton mit 2000€ aufs Ganze gehen und sich sein Traumkleid anfertigen lassen. Liebt man es hingegen eher sparsam, nachhaltig und schlicht, aber mit Stillfunktion, ist man  mit ca. 70€ beim Linenfox im Rennen. Ich hoffe, der Einblick in die durchaus verrückte und vielfältige Welt der Brautkleiderwahl bringt etwas Licht ins Dunkel und ich freue mich wie immer mehr zum Thema zu erfahren. Alles Liebe, eure Katja

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